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Nähmaschinenreparatur

Da Hosen für meine kurzen Beine meist zu lang Hosenbeine haben und auch hier und da mal eine naht an einer Klamotte aufgeht, könnte man manchmal eine Nähmaschine brauchen.
Neulich stand auf einem Sperrmüllhaufen eine an der Straße.

Augenscheinlich war das Maschinchen soweit komplett, zumindest war das “Gaspedal” mit dabei. Da ist sie mir schon in den Kofferraum gehüpft.

Es ist eine “AEG” Maschine, also eine günstige Fernost-Nähmaschine die unter verschiedenen Markennamen für ~100-150 Euro verkauft wird und vermutlich von Janome hergestellt wurde.
Zunächst war auffällig, das am Gehäuse überall Spuren des Vorbesitzers zu sehen waren, der die Maschine offenbar mindestens schon einmal geöffnet hatte.
Dann kam heraus, das an der Unterfadenspule die Spannfeder fehlte, die für das Funktionieren aber unbedingt erforderlich ist, da sonst die Fadenspannung nicht stimmt.

Also ersteinmal nackig gemacht, dieses Wunderwerk.
Naehmaschine

Das hatte wohl vorher keiner erkannt, und somit wurde die Nähmaschinenmechanik durch entsprechende planlose Reparaturversuche völlig verstellt und dann zum Müll gestellt.
Da ich an dieser Technik auch kein Fachmann bin, hat es natürlich auch einen Nachmittag gedauert bis ich so langsam erkannt hatte wie das alles funktionieren muss, und wie eingestellt sein müsste, damit es wieder korrekt funktioniert.

Eine passende Spulenkapsel für die Unterfadenspule, und dazu ein paar passende “Wickelkörper” (Leerspulen) für den Unterfaden habe ich dann bestellt, und eine Woche später im Briefkasten gehabt. Dann konnte ich also “am lebenden Objekt” noch soweit optimieren das alles passt.

Dabei habe ein eine Sache völlig unterschätzt: Wie fein das alles zueinander passen muss, damit es wirklich richtig funktioniert.
Besonders an einem Detail habe ich lange herumgefummelt:
Naehmaschine

Die Nadel taucht mit dem Faden durch den Stoff nach unten zum Unterfaden, wo kurz nach dem “unteren Totpunkt” der Nähnadelbewegung, während die Nadel also schon wieder ca. 2mm nach oben gezogen wird, eine kleine Fadenschlaufe sich bildet, die von dem rotierenden Mitnehmer eingefangen und über die Unterfadenspulenkapsel geführt wird, um die beiden Fäden zu verschlingen.
Der Abstand zwischen Nähnadel war bei mir knapp einen halben millimeter, und beim Trockentest und auch beim langsamen Nähen hat es so funktioniert. Sobald man aber mehr Geschwindigkeit wagte, wurde der Faden nicht mehr zuverlässig gefangen.

Am Ende bekam ich dann heraus, das der richtige Abstand etwa 1/10mm ist. Damit funktionierte es dann auch. Allerdings sieht man an dem Punkt auch, warum die Nähnadeln oft kein allzu langes Leben haben. Zieht man beim Nachführen des Stoffs etwas zu stark, verbiegt man durch die Spannung die Nadel leicht um 1 oder 2 zehntel millimeter, und dann wird nicht der Faden, sondern die Nadel aufgegriffen….
Ist sie dann erst etwas krumm, schlägt sie dann mit ihrer Spitze irgendwo ein, wo sie nicht hingehört.

Dennoch ein lehrreiches Reparaturprojekt mit erfolgreichem Abschluß.

Akkuschrauber reparieren? Bruch Lagergehäuse

Ich habe auf Youtube folgendes Video gesehen:

Dieses Video beschreibt das Problem, wenn das Lager der Welle des Bohrfutters abgenutzt ist.
Da mein alter Makita-Akkuschrauber auch so ein Problem hat, und ich im Video bereits das Bronzegleitlager sehen konnte, wollte ich dieses nun austauschen. Vermutlich ist es ein einfaches Normteil, welches nur ausgepresst werden muss, um ein neues einzupressen.
Da das Lagermaterial deutlich weicher als die gehärtete Stahlwelle ist, sollte das eine sehr deutliche Verbesserung bringen, da die Welle selbst kaum abgenutzt sein sollte.

Also habe ich angefangen den Schrauber zu zerlegen, um dann festzustellen das erstmal das Bohrfutter runter muss. Das kenne ich schon, innen ist eine mit Schraubensicherung festgeklebte Linksgewindeschraube in eienr zentrischen Gewindebohrung der Welle, die das auf dem äußeren Rechtsgewinde aufgeschraubte Bohrfutter zuätzlich arretiert.
Also eine typische mechanische Verbindung wo man nur rangeht, wenn es gar nicht anders geht.

Irgendwie habe ich es doch noch los bekommen, und dann den Motor vom Getriebe getrennt, das vordere Teil (Drehmomentversteller) abgeschraubt, und da war der Fehler verschwunden.
Die Welle wackelte nicht mehr.

Also das Ding genauer angesehen. Offenbar hatte sich durch die Gewaltanwendung beim Lösen des Bohrfutters da irgendwas geändert.
Beim genauen Hinsehen (bei mir ist das Teil schwarz) stellte sich heraus, das zwischen dem Getriebe und den beiden Lagern das Konstruktionsteil einmal ringsherum eingerissen war, und durch die ganze Aktion sich das Bruchstück verdreht hatte und festklemmte, weshalb es nun nicht mehr wackelte.

Na so ein Mist, das Lager war völlig in Ordnung, der Halter dagegen gebrochen. Einer der tieferen Stürze von der Leiter muss wohl den Schaden verursacht haben.

Das Teil selbst ist aus Polyamid mit Glasfaserverstärkung.
Mit was klebt man wohl sowas, fragte ich mich. Aber irgendwie ist kleben, nunja, an dieser Stelle, einfach zu leihwändig.
Man müsste es verschweißen. Verschweißen wie man Plexiglas mit einem Lösemittel kleben kann. Oder wie man ABS-Teile mit einer Pampe aus in Aceton aufgelöstem ABS zusammenfügen kann.
Das dauert zwar einige Zeit bis es voll belastbar ist, aber ergibt nach dem zusammenfügen ein Bauteil “aus einem Guß”, welches nachher keine Klebefuge mit einem Fremdmaterial besitzt.

Ob es ein Lösemittel für PA gibt, und noch dazu eines welches einen nicht umbringt oder total saugefährlich ist?

Nun, für einige Dinge gibts spezialkleber. Selbst für PVC und PLA findet man Klebstoffe mit häßlichen Lösemitteln die das Zeug verschweißen. Für PA habe ich nichts dergleichen gefunden. Wohl aber hinweise auf Ameisensäure als Primer.
Weitere Recherche ergab, das sich PA in Ameisensäure auflöst.

Das weckte natürlich meinen Wissensdurst.
So muss man erst einmal feststellen, was Ameisensäure denn so für ein Teufelszeug ist. Es ist stark ätzend, macht ganz häßliche wunden wenn es auf dem Hautgewebe einwirken kann. Es verdampft ätzende Säuredämpfe. Es stinkt stechend. Es kann explosionsfähige Atmosphären erzeugen, allerdings sind die Explosionsgrenzen deutlich handhabungsfreundlicher als bei anderen brennbaren Gasen.

Also eigentlich will man mit so kram nicht wirklich hantieren, aber wenn man entsprechende Vorkehrungen trifft und unter einem Abzug mit entsprechender Vorsicht damit umgeht, ist es handhabbar. Zumindest sind die Dämpfe schon mal kein Gift.

Also versuch macht klug. Behälter aus PP/PE sind offenbar resistent gegen den Stoff. Also habe ich eine Kleinmenge umgefüllt. Da keine passende Pipette zur Hand war, tat es auch eine Einwegspritze, haptisch scheint das ebenfalls PP/PE zu sein. Erste Überraschung: Ja, der Spritzenkörper schon, die schwarze Dichtung nicht. Die hat etwas ausgefärbt. Den kurzen Moment war es aber tolerierbar.

Außer dem Behälter und dem Lösemittel braucht es noch mehr, nämlich etwas Kunststoff zum Auflösen.
Aus Erfahrungen mit dem System ABS und Aceton weiß ich, das die Einwirkdauer von aufgepinseltem Lösemittel viel zu kurz ist, um die Oberflächen so vorzubereiten, das einfaches zusammenfügen nach dem Auftragen eine tragfähige Verbindung erzeugt.
Viel besser ist es, erst etwas Polymer aufzulösen und damit eine mäßig flüssige Lösung herzustellen, die auf die Fügestelle aufgetragen wird. Danach muss man dafür bis zum Ausgasen des Lösemittels die Lage der Teile zueinander fixieren, um ein wiederablösen zu verhindern.

Da sich dieses Konzept bereits bei schwierigen Bruchstellen bewährt hat, habe ich es auch hier angewandt.
Als Material muss dann natürlich etwas PA oder Nylon her. Nur was hat man denn so zur Hand, was aus Nylon besteht. Das erste was mir einfiel war Rasentrimmerschnur. Später bin ich dann noch auf eine weitere ergibige Quelle gestoßen: Die abgeknipsten Enden von Kabelbindern aus Nylon.

Zur schnelleren Auflösung habe ich 10cm Faden in ca. 50 Fragmente zerschnitten und dann in die Säure gelegt.
Nun löst sich das PA in der Säure noch deutlich langsamer als ABS in Aceton, hier ist Geduld gefragt.
Also in einer Viertelstunde ist da auf jeden Fall noch nichts zu erreichen.

Irgendwann war es dann soweit, das ich eine Lösung in der passenden Konsistenz hergestellt hatte.
Der Spalt mit dem Bruch wurde zunächst mit einem Pinsel direkt mit Ameisensäure benetzt, die Kapillarwirkung tat das nötige. Etwas bewegen um das Lösemittel zu verteilen. Danach Auftragen des aufgelösten Polymers auf den Spalt.

Es ist wichtig, nicht zu dicke Schichten aufzutragen, damit sich im aufgetragenen Material keine Blasen bilden. Mehrere dünne Schichten nacheinander ist kein Problem.
Um die Härtung zu beschleunigen habe ich vorsichtig mit etwas Wärme nachgeholfen:

Das blaue Material ist das aufgetragene Polyamid nach der Aushärtung. Blau deshalb, weil des aufgelöste PA blau gefärbt war.
Nach ein paar Tagen zur vollständigen Durchhärtung habe ich alles wieder zusammengesetzt. Wenn man eine nicht so stark belastete Verbindung herstellen/reparieren möchte, ist vermutlich das wiederholte Auftragen nicht wichtig. Ich wollte jedoch die Fügestelle noch durch aufbringen von zusätzlichem Material verstärken, da mein aufgebrachtes Material im Gegensatz zum Originalteil nicht Glasfaserverstärkt und somit weniger belastbar ist.

Das ist jetzt alles zwei Wochen her.
Einige male habe ich den Schrauber inzwischen benutzt zum bohren und schrauben, und bisher ist der Eindruck gut.

Wirklich empfehlen kann ich dieses Verfahren nicht. Einerseits ist Ameisensäure nicht so lustig, andererseits dauert es sehr lange bis das Teil wieder benutzbar ist, da man warten muss bis das komplette Lösemittel langsam aus dem Material herausgewandert ist. So lange ist es auch nicht ungefährlich die Klebestelle zu berühren.

Es ist machbar, aber ob man das unbedingt will hängt wohl vom Wert des zu reparierenden Teils ab.

Wasserkocherdeckelzuhaltung (mal wieder)

Wieder einmal ein Wasserkocher mit kaputtem Deckel.
Diesmal mein eigener.

Ein “Riegel” der Deckelzuhaltung lässt sich nicht mehr zurückziehen, weshalb der Deckel schlecht auf und zu geht.
Das kleine Riegelchen ist an der Stelle gebrochen, an der die höchste Belastung auftritt. Eine etwas lawede Konstruktion.

Ich hatte diese Stelle vor etwa 6 Wochen schon einmal zusammengeklebt, es hat aber nicht lange gehalten.

Das ist unschön. Leider sind die Teile auch nicht geschraubt, sondern mit diesen breitgeschmolzenen Nasen festgehalten. Das ist nicht nett.

Doch da lässt sich was machen: Das kaputte Teil geht natürlich an der Schadstelle leicht herauszubiegen.

Ich habe ein passendes Neuteil angefertigt, welches an dieser Stelle verstärkt ist. Es lässt sich unter die orginale Halterung mit einfädeln.

Nun funktioniert es wieder.

Vielen Dank an dieser Stelle an Heaterman auf dem FEW-Forum, der mir eine Probe HT-PLA mit Lebensmittelzulassung (wenn auch nur FDA) überlassen hatte. Die kam hier zum Einsatz.

Garmin Nüvi 1490 Reparatur

Das Garmin-Navi lädt nicht mehr richtig und kann sich kaum entscheiden, ob jetzt ein Ladekabel drann steckt, oder doch ein Computer, was jeweils einen neuboot als USB-Datenträger zur Folge hat.

So kann man das Ding nicht mehr benutzen.

Also mal aufgeschraubt. Also wenn man die Schrauben findet.

Als erstes muss der glänzende Rahmen runter. Der wehrt sich heftig, weshalb man ein metallenes Prokelwerkzeug braucht. Der richtige suchbegriff lautet “pry bar”.

Darunter finden sich 4 Schrauben, Torx T5.

Dann ist das Teil immernoch zusammen, weil es zusätzlich nochmal von einigen Klipsen festgehalten wird.
Innen siehts dann so aus:

Das Display wird von zwei weiteren Schrauben T5 im rückseitigem Deckel gehalten, die natürlich heraus müssen. Dann kommt der fisselige Teil, die beiden Leitungen von Akku und Lautsprecher abzustecken, die sehr kurz sind. Noch mehr Spaß macht es nachher, die wieder anzustecken.

Nun liegt endlich die Platine frei. Immerhin hat man an der Stelle ein wenig glück, das die Lötstellen nicht unter der Metallabschirmung liegen, und man daher gleich den Lötkolben schwingen kann um alles wieder zusammenzubrutzeln.

Sehr froh bin ich hier mal wieder über meine selbstgebaute Lötstation, die für SMD eine 1,2×0,8mm Spitze hat.

Reparatur: Pürierstab

Von einer Nachbarin bekam ich einen Hokaido-Kürbis geschenkt.
Also habe ich ein Rezept herausgesucht und eine Kürbissuppe gemacht.

Also Kürbis zerschneiden, die Kerne auslöffeln, die Hülle würfeln, und mit Kartoffeln und Suppengemüse 20 minuten kochen, mit Salz, Pfeffer, Muskat, Petersilie u.s.w. würzen.
Dann alles pürieren.

Dabei hat mein Pürierstab gedacht, er geht lieber in Rente, und begann sich selbst aufzulösen.
Die Suppe hab ich noch hinbekommen, aber dann gedacht: Wie sieht denn die Halterung aus?
Das muss repariert werden, bevor es ganz auseinander fliegt.

Also als erstes die Risse aufgeschliffen und Plastik eingeschweißt. (Es handelt sich um ein Teil aus ABS)
Zum auffüllen der Spalte habe ich meinen für solche Reparaturen angeschafften 3D-Druck-Stift verwendet.

Es muss keinen Schönheitspreis gewinnen.

Innen war die primitive Verbindung von dem Edelstahlrohr zur Halterung auch nicht mehr Fest, da waren nur zwei kleine Laschen am Rohrende umgebogen und sollten da Halt reinbringen. Da das umliegende Plaste schon etwas gebröckelt war, musste das auch verstärkt werden.
ABS kann man in Aceton auflösen. Also einen Kleber aus ABS-Abfällen vom 3D-Druck angerührt und das Teil aufgefüllt.
Nach einigen Stunden aushärten fühlt es sich schon wieder viel stabiler an.

Ich denke das hält erstmal.

Wasserkocher Severin Wako 3374 – Deckelreparatur

Mir ist heute ein kleiner Wasserkocher zugelaufen, dessen Deckel sich nicht mehr schließen ließ.
Also einmal auf den Seziertisch mit dem Patienten und den Deckel aufgeschraubt. Im Inneren klapperte es.

Severin Wako 3374 Deckel

Wie man sieht, ist der Verriegelungsmechanismus gebrochen. Es gehört natürlich links noch ein zweiter hinein, der hat sich aber zum Zeitpunkt des Fotos bereits irgendwohin verkrümelt, nach dem er Modell stand für das Ersatzeil. Aufgrund seiner Tarnfarbe ist er schwer aufzufinden.

Die gebrochenen Teile habe ich im CAD nachkonstruiert und mit dem 3D Drucker aus ABS nachgefertigt.
Einmal normal, und einmal natürlich gespiegelt. So muss man nur eine Konstruktion machen.

Severin Wako 3374 Deckel

Nach ein klein wenig Nachbearbeitung mit der Feile (um die oberfläche zu Glätten) und Aufbohren der Löcher konnten die neuen Riegel eingebaut werden.

Severin Wako 3374 Deckel

Hier noch einmal der Wasserkocher in seiner natürlichen Umgebung mit einem Artgenossen.

Severin Wako 3374

Freilauf in der Pfeffermühle ?!

Vorgestern weigerte sich plötzlich die Pfeffermühle ihre Aufgabe zu verrichten.
Pfeffermühle
Diese Pfeffermühle ist ganz toll weil viel Pfeffer hineinpasst, so dass man nicht ständig nachfüllen muss, und weil das Mahlwerk gut funktioniert und mit wenig Handarbeit viel gemahlener Pfeffer herauskommt. Das Keramik-Mahlwerk verspricht eine lange Haltbarkeit.

Bis jetzt funktionierte Sie jedenfalls für etwa 5 Jahre, bis Sie sich nun gaaanz leicht drehen ließ und kein Pfeffer mehr herauskam.
Irgendwie war die mechanische Kopplung zum Mahlwerk nicht mehr vorhanden. Also gleich mal eine kleine Inspektion gemacht:

Pfeffermühle

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BeQuiet BWT E6-350W Computernetzteil

Gestern Abend hat mein Rechner begonnen, sich komisch zu verhalten. Einfrieren, Startprobleme.
Ein richtiger Stromreset soll ja manchmal helfen, also hab ich den Schalter an der USV gedrückt.
10 Sekunden gewartet.. Strom wieder an.

Na hilfe, nun ging gar nichts mehr. Der Computer wollte sich nicht mehr einschalten lassen.
Also dann mal die Taschenlampe gesucht und unter dem Tisch abgetaucht.
Hochverdächtig ist natürlich das Netzteil.
Ich habe damals mit dem letzten Hardwareupdate auch ein neues effizienteres Netzteil eingebaut, um den Energieverbrauch zusätzlich zum sparsamen Prozessor etwas einzuschränken. Es handelt sich um ein BeQuiet E6-350W. Der Name ist bei dem Gerät Programm, ein großer langsamlaufender Lüfter macht nur ein kaum noch hörbares Laufgeräusch. Der Preis dieser Netzteile liegt etwa auf dem doppelten Niveau wie die billigstens Netzteile. Für effiziente Netzteil ist es eher billig.

Da das Netzteil zusammen mit dem Mainboard gekauft wurde, kann ich nachsehen wieviele Betriebsstunden es schon erdulden musste: Das Mainboard sagt 1960 Tage, also ca. 47 000 Stunden.

Was im Netzteil kaputt ist, kann sich jeder denken, der mit dem Kram zutun hat.

Netzteil-Elkos
Taub gewordene Elektrolyt-Kondensatoren. Mit der Dimensionierung und ausgewählten Qualität dieser Bauteile lässt sich die Produktlebensdauer steuern.
Ich denke, 47000 Betriebsstunden sind gar nicht mal so übel, das kann man dem Hersteller zumindestens zu gute halten. Wenn man jedoch den Deckel schon mal offen hat, sieht man aber auch, das da eine menge Platz ist. Da hätte auch ein zweiter Elko daneben gepasst, damit sich die Belastung aufteilen kann. Dann würde es ein paar Jahre länger laufen.
Dagegen hat die Branche natürlich ein Argument: “Was ewig hält, bringt uns kein Geld.”

Netzteil-Elkos

So wirft der Ottonormalbürger fleissig auf den Schrott, und ich löte für 3-4 Euro ein paar neue Elkos rein. Der Rest der Elektronik taugt noch für ein paar weitere Jahre.

VAG höhenverstellbarer Sitz kippelt – Sitzgestell Reparieren.

Bei manchen Autos von Volkswagen oder VAG-Töchtern wie Skoda oder Seat kommt es vor, dass der/die Vordersitze anfangen zu kippeln. Es sind die Sitze mit im Gestell eingebauter Sitzhöhenverstellung betroffen.

Typischer Effekt: Wenn man hinter dem Sitz sitzt, und oben an der Sitzlehne in Fahrtrichtung vor- und zurück bewegt, kippt der gesamte Sitz um mehrere Millimeter bis 1cm vor und zurück, und schlägt an den Endpunkten hart an. Im fortgeschrittenen Stadium kippt der Sitz mit jedem Beschleunigungs/Bremsvorgang an den jeweiligen Endpunkt. Später quietscht es dabei auch.

So ein Fall ist mir unter die Finger gekommen. Eine kurze Internetumschau zu dem Thema ergab, das die Werkstätten das nicht reparieren können und ein neuer Sitz für etwa 400 Euro eingebaut werden muss. (Im Sitz ist der Seitenairbag)

Ich habe mir die Sache näher angesehen und festgestellt, dass das Problem eine konstruktive Schwachstelle im Sitzgestell selbst ist.

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Ausfallursachen von LED-Lampen – die blinkende Lampe

Vor etwa einem Jahr habe ich meinen Eltern 4 LED-Lampen im GU-10 Gehäuse (für 230V AC) geschenkt, da ihre Led-Leuchtmittel viel zu dunkel waren.

Aufgrund schlechter Erfahrungen mit LED-Lampen aus vielen Einzel-LEDs habe ich welche mit 4x 1W Power-LEDs ausgewählt.
Doch nun nach gerade einmal einem Jahr sind zwei davon ausgefallen, beide mit dem Effekt das sie nach dem Einschalten eine Weile normal leuchten und dann anfangen zu blinken.

GU10-LED-Leuchtmittel

Das ist natürlich ein sehr lustiger Effekt, nur leider sieht man das sehr schnell anders, wenn man eigentlich sein Wohnzimmer damit beleuchten wollte.
Da bei mir bisher alle Leuchtmittel mit wenigen Power-LED keine Schwächen gezeigt haben, bin ich der Sache natürlich auf den Grund gegangen.

Also erstmal dieses chinesiche Materialkonglomerat in seine Einzelteile zerlegen.

GU10-LED-Leuchtmittel

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Energiesparlampen-reparatur

Die Kompaktleuchtstofflampe mit eingebautem Vorschaltgerät im Bad (auch als Energiesparlampe bekannt) hat vor etwa 4 wochen schon mal gemuckt, aber dann wieder funktioniert.
Jetzt war sie wieder ausgefallen.
Elektrischer Kontakt am Sockel i.o.
Strom auch da

Wundersamerweise geht die Lampe an, wenn man sie mit der Hand berührt.

Gehäuse aufgesägt, Kondensator für Primärspannung (4,7uF 450V Elko) vermessen und für gut befunden.
Startkondensator zwischen den beiden Glühwendeln 3,3nF nachgemessen – 3470pF gemessen. Also auch ok.
Da die Lampe funktioniert, nachdem man sie berührt hat,  scheint das Vorschaltgerät auch in Ordnung zu sein.

Glühwendeln der Quecksilberdampfröhre gemessen – eine Seite 10,5 Ohm ok
andere Seite unendlich. AHA! Die Glühwendel ist durch. Normalerweise das Ende für so eine Lampe.

Dank hoher Schwinungsfrequenz im Wandler startet sie mit etwas Hilfskapazität trotzdem noch.

Also mal sehen was sich machen lässt.
Die defekte Glühwendel mit einem 12 Ohm widerstand überbrückt.
So glüht zum Start wenigstens die noch intakte Wendel.
Und etwas kapazitive Unterstützung zum Start, als Ausgleich der defekten Wendel:

Zündhilfe Badlampe

Der Draht ist am äußeren “Pin” der Röhre angelötet und überbrückt ein Drittel der Wendel.
Durch die höhere Schwingungsfrequenz der elektronischen Vorschaltgeräte geht ein kleiner kapazitiver Strom durch das Glas zum Leuchtgas und bringt die von der noch intakten Glühwendel emittierten Elektronen in Schwung.

Hinter dem Lampenglasschirm ist die Modifikation von außen weder berührbar noch sichtbar.
Die Lampe geht wieder wie eine neue. Ich werde berichten, wie lange sie noch durchgehalten hat.

Fensterheberschalter Skoda Fabia 1 reparieren

Kurz ein paar Stichpunkte zur Reparatur des Fensterhebers beim Skoda Fabia 1
Fehlerbild: Taster an der Tür funktioniert nur nach mehrfachem drücken, “selbstlauf” des Fensters funktioniert nicht.

Die Türverkleidung muss nicht ab.

Der Schalter sitzt nicht in der Türverkleidung, sondern innen am Türgriff.
Der Türgriff (nicht der kleine Öffnungshebel, sondern der fette Griff mit dem man die Tür von innen zu zieht) hat eine abnehmbare Oberschale.

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Canoscan 3200F Bildfehler beim Scannen

Stichpunkte zur Reparatur (falls jemand einen ähnlichen Fall hat)

Fehlerbild: Bei Vorschau und Scan funktioniert er manchmal (<10%), aber zumeist (<90%) ist die komplette Seite Falschfarben, und der linke Bildrand um ein paar cm versetzt.

Falschfarben heißt in dem Fall, das z.b. von einer gescannten weißen A4-Seite zum Beispiel die linken 3cm von oben bis unten grün sind (Bildhintergrund, statt weiss), nach den 3 cm dann der rechte Seitenrand erreicht ist, und ab dem Seitenrand dann der linke Seitenrand beginnt und den Rest der Seite darstellt.
Da ist dann oft die Farbe aber nochmal falsch, z.b. rot.

Die hell/dunkel Werte passen aber, also man kann die Schrift lesen.

Kalibrieren dauert ewig und schlägt mit Fehlermeldung fehl.

Nun ist das ja ein CCD chip da drinnen,
und zum Rechner kommen die daten bestimmt als Stream über den USB. Nun war der erste Gedanke das da irgendwo die Spannung wackelt, und am Anfang der übertragen mal ein paar bits fehlen. (das ist so ein Scanner mit ccfl Lampe und externen Netzteil von canon)

Das netzteil sieht von aussen klobig wie ein Eisen-Netzteil aus, aber ist leicht wie ein Schaltnetzteil.
Also wollte ich nun mal die Welligkeit vom Netzteil mit dem Oszi messen, um zu sehen ob da die Ausgangselkos platt sind.

Aber welch wunder: netzteil: 12,19V. restwelligkeit im leerlauf um 5mV. scheint völlig i.o.
Auf dem netzteil steht "nur für canon scanner", der DC-Stecker ist ca. 5,5mm/0,8mm. (also kein Standart 5,5/2,1er)

Nun hab ich den Scanner zerlegt, und das Innenleben ist schon fast noch überraschender. Die Platine hat eine ganze Ansammlung von Spannungsreglern.

An das Innenleben war echt schwer ranzukommen, der Blechdeckel ist vielfach verlötet- oben, unten, und durch die Platine auch noch, und überall an fette Masseflächen.

Platine Canoscan

Ich hab zwei 100uF Elkos parallel zu bestehenden Elkos auf die Platine gelötet.

Einmal beim Schaltregler 34063 und einmal in der Mitte, bei den breiten Strom-Leiterbahnen am Rand der Platine.

Mit einem hauch Fett die Linearführung geschmiert. Jetzt geringfügig leichterer Lauf.

Treiber installiert. Versetztes Bild ist weg.
Gemessener ESR bei den Elkos um 200mOhm bei 100u (?). Die großen Elkos sind liegende Radia-THT-Bauteile die alle mit der Schrift nach unten eingelötet sind.

Jetzt scannt er Reproduzierbar und auch die Kalibrierung geht.

Küchenmixer Getriebeschaden

Beim Teig kneten mit den Knethaken des Küchenmixers (Handruhrgerät) begann ein Knethaken plötzlich zu taumeln und zu eiern.

Eine Obduktion der Maschine ergab, das das Gußteil mit der Rührstablagerung zerbrochen war.
Eine Rührstablaufbuchse ist abgebrochen. Das Material ist eine sehr leichte und sehr weiche Legierung, kein Zinkguß. Vermutlich eine Aluminiumlegierung.

Auch wenn sich eine Reparatur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht rechnet, ging es mir doch um das Prinzip. Der Mixer wurde repariert.

Mehrere Lagen Glasfaxer-Epoxid-Verbundwerkstoff bilden eine neue tragende Hülle um das gebrochene Originalteil.

Nachtrag 17.04.14: Seit über einem Jahr hält die Reparatur bereits.