Alte Holzfenster – Kleinreparaturen

In meiner Wohnung habe ich alte Holzfenster.

Doppelte Fensterflügel mit 2x Einscheibenglas in jeweils einem eigenen Holzrahmen, die mit Verschraubungen „zusammengedoppelt“ sind.

Fensterglas traditionell mit Kitt eingebaut.

Das Holz ist noch ganz gut, die Farbe und der Kit nicht so. Überall bröselt es, hier und da mache ich jedes Jahr partiell das schlimmste wieder neu. Da mal einen Fensterschenkel anstreichen, hier mal ne Kittfuge.

Ich gehe mal davon aus, das man weiß wie man den Kitt in die Fuge bekommt. Doch damit das länger hält, muss das ausgetrocknete Holz an der Kittfuge erstmal mit frischen Leinöl gestrichen werden, damit nicht das ganze Öl (=bindemittel) aus dem neuen Kitt gesaugt wird.

Nach dem Kitten muss dann die Fuge ein paar wochen trocknen, bevor frische Farbe drauf kann. Und die muss drauf, damit das Sonnelicht den Kitt nicht zerstört.

Dann hält das wieder eine ganze Zeit.

Doch nun zur letzten Kleinreparatur. Ein Fensterflügel lag schlecht am Rahmen an (Was wohl an den vielen Knubbeln der Farbnasen lag) und beschlug zwischen den Scheiben. Wenns zwischen den Scheiben beschlägt wird das Holz feucht, was sehr schlecht für die Haltbarkeit ist, da die Feuchtigkeit schlecht wieder raus kann,

Daher wollte ich nur eben die Beschläge nachstellen, und die Farbnasen wegschleifen damit das Fenster besser abdichtet.

Der Vorreiber war schief. Beim Drehen veränderte sich der Montagewinkel. Die Schraube dreht aufgrund der vielen Farbschichten mit.

Das ist doch totaler Murks (und es ist an jedem einzelnen Fenster das gleiche Elend) 🙁

Mit viel Gewürge bekam ich das Teil abgeschraubt, und die Schraube hatte einen 40° Knick. Das Loch war ebenso schief im Fensterrahmen. Das war wohl die letzten 50 Jahre so. Geht ja überhaupt nicht.

Also statt mal eben die Schraube eine Vierteldrehung anziehen wurde es „die große Tour“. Abbeizen des ganzen alten Lacks um das Teil wieder beweglich zu machen, neulackieren der blanken Eisenteile.

Um das schiefe Loch loszuwerden habe ich es mit einem 8mm Bohrer ausgebohrt und einen Holzdübel eingeleimt. Dann durch den Holzdübel ein neues gerades Loch für die dicke Schraube vorgebohrt.

Am Ende alles wieder zusammen gebaut.

Ich hatte mir „mal eben den Beschlag kurz nachstellen“ irgendwie einfacher vorgestellt.

Hoffentlich sind nicht alle 9 Fenster und Oberlichter so.

Es wird wohl auf eine größere Instandsetzungsaktion hinauslaufen um da mal für einige Jahre die Ruhe hineinzubekommen.

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